Piraten gibt es nur in der Karibik und Vampire nur in Transsylvanien? Weit gefehlt! Wer sich in die kroatische Gegend Istrien begibt, findet beides nebeneinander: In Mrgani gehen die Dorfbewohner auf Schatzsuche des berühmtesten Freibeuters der Meere, während keine zwanzig Kilometer weiter die Einwohner von Kringa sich gegen den ersten verbürgten Vampir schützen. Disneyland kann einpacken: In Kroatien werden die echten Abenteuergeschichten gelebt.

Dvigrad wäre auch ohne seine Legende schon einer der geheimnisvollsten Orte der Erde. Kein Besucher kann sich der dichten Atmosphäre verwehren, die ihn umgibt, wenn er die Ruinen der 1631 verlassenen Stadt betritt. Die überwucherten Steinbauten strahlen eine eigentümliche Mischung aus Verlassenheit und Ganzheit aus, die Besuchern unweigerlich ein Gänsehaut-Gefühl vermittelt. Das besondere an dieser Ruinenstadt unweit von Kafanar ist, dass sie bereits vor den Kriegen verlassen wurde und so, anders als ihre Schwesternstädte, eine besonders gut erhaltene mittelalterliche Ruine darstellt.

Der Fluch der Weltmeere und sein Schatz in Dvigrad

Im dunklen Mittelalter, als in den kroatischen Sümpfen noch Pest und Malaria tobten, zogen die Stadtbewohner schweren Herzens aus der einst blühenden Stadt Dvigrad aus, um in Kafanar ihr Glück zu suchen. Und die Legende besagt, dass die letzten Familien 1714 über den berühmtesten Freibeuter der Weltmeere stolperten: Kein anderer als Kapitän Sir Henry Morgan soll sich hier eines Tages vor der englischen Flotte versteckt haben und die verlassene Stadt Dvigrad als den perfekten Platz für seinen legendären Schatz auserkoren haben.

Nichts als eine Legende? Da würden die Bewohner des Nachbardörfchens Mrgani bestimmt den Kopf schütteln. Schließlich hieß ihr Dorf im Mittelalter Morgani – selbstverständlich nach dem berühmten Piraten. Hier sollen nicht nur Nachfahren des Freibeuters wohnen, sondern einige Dorfbewohner gehen immer noch regelmäßig auf Schatzsuche. Und seit Kapitän Morgan als reales Vorbild des Fluch-des-Karibik-Helden Jack Sparrow umso berühmter geworden ist, zieht es auch immer mehr Touristen in das verschlagene Mrgani. Schließlich war Kapitän Morgan nicht nur charmant und ehrgeizig, sondern auch der erfolgreichste Pirat der Welt. Bei seinen Beutezügen in der Karibik eroberte er mehr als 160 000 kg Silber, Gold und Edelsteine – wenn auch nur ein Bruchteil davon in Dvigrad versteckt ist, sollte sich eine ausgedehnte Schatzsuche lohnen.

Der echte Kapitän Morgan, der im 17. Jahrhundert sein Unwesen trieb, wurde übrigens irgendwann von der englischen Krone geschnappt, begnadigt und geläutert. Danach war Sir Henry Morgan ein ehrenwerter Mann, der sein Leben dem Kampf gegen die Piraterie widmete. Er soll seine Taten bitterlich bereut haben – genauso wie die zweite dunkle Berühmtheit des mythischen Istriens, der berüchtigte Vampir Jure Grando.

Der älteste Vampir der Welt: Jure Grando

Während die Bewohner von Mrgani morgens auf Schatzsuche gehen, stellen die Bewohner des Nachbardörfchen Kringa des Abends Kreuze auf ihre Fensterbretter. Und wehe dem, der sie des Aberglaubens verspottet: Aus Kringa kommt nämlich der erste, und damit vielleicht der echteste Vampir der Welt. Der Edelmann Jure Grando soll hier 16 Jahre lang sein Unwesen getrieben und seine Witwe und die Dorfbewohner terrorisiert haben – geschichtlich verbürgt von Johann Weichard von Valvasor.

Schließlich zogen neun mutige Männer aus, um dem dunklen Treiben des štrigon, wie Vampire auf Kroatisch genannt werden, ein Ende zu machen. Und tatsächlich, als sie seinen Sarg öffneten, lächelte sie der Untote in seinem perfekt erhaltenen Körper an. Die mutigen Männer nahmen sich ein Herz und töteten den Vampir. Sein Körper zerbarst der Legende nach in eine Unmenge Blut – so viel, dass seine Bezwinger im ausgehobenen Grab darin badeten.

Aber auch der erste Vampir der Welt soll nicht vollständig böse gewesen sein. So soll er einmal den Priester des Dorfes erspäht haben, und als dieser ihm das Kreuz entgegen hielt, soll der arme Jure tatsächlich Tränen in den Augen stehen gehabt haben. Und auch die Dorfbewohner von Kringa denken mit ein wenig Liebe an die Geschichte ihres berühmtesten Sohnes. Sonst würden sie die legendäre Vampire Bar in ihrer Mitte wohl kaum tolerieren, die schmackhafte Vampir-Cocktails und istrische Suppe an Besucher ausschenkt – mit besonders viel Knoblauch natürlich.

Istriens Schönheit als Gegengewicht

Wem bei so viel Schauerlichkeit einmal kalt ums Herz wird, der hat Glück, in einer der schönsten Landschaften Kroatiens gelandet zu sein. Am Limski Fjord wartet das freundliche, spiegelglatte Wasser auf Badehungrige, die ihre Seele ausspannen wollen. Und inmitten der grünen Schlucht, umgeben von plätscherndem Wasser und Ausflugsdampfern, können sich allzu zart besaitete Besucher schnell von den dunklen Geschichten erholen.

Wer sich diese legendenumwobene Gegend einmal genauer anschauen möchte, sollte von Rovinj aus starten. Diese wunderschöne Stadt am Meer bietet ein gutes Gegengewicht zu ihrem schauerlichen Hinterland und ist allgemein als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Dvigrad und ins weniger berühmte Kringa bekannt. Auf lastminute.de finden sich zahlreiche günstige Angebote für einen Urlaub in Rovinj und weitere Informationen zu dieser bezaubernden Stadt. Neben den ausführlichen Informationen bietet eine Buchung bei dem Online-Reisebüro lastminute.de auch die Garantie, den besten Preis für einen Urlaub zu erwischen, denn lastminute.de ist von Stiftung Warentest und ComputerBild für seine Übersichtlichkeit und seine Preistransparenz ausgezeichnet worden.

Über den Autor

Ihr sucht nach einer perfekten Unterkunft für den nächsten Urlaub in Kroatien? Dann bietet Euch dieser blog genau die passenden Angebote. Neben Reisetipps werden Hinweise zu Hotels, Aktivitäten, dem Wetter und speziellen Angeboten unterbreitet - für eine herrliche Auszeit.

Ähnliche Beiträge

Datenschutzinfo